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martes, 7 de abril de 2009

Der Gundestrup-Kessel (mehr vom Nationalmuseum)

Gundestrup-Kessel, Foto (c) 2009 chaulafanita

Im kürzlichen Post über das Dänische Nationalmuseum schrieb ich, dass die Puppenstubenstraße das interessanteste am ganzen Museum sei. Am Sonntag sind wir allerdings nochmal da gewesen und mussten feststellen, dass wir das beste noch nicht gesehen hatten: Die Ausstellung Danmarks oldtid (Dänemarks Vor- und Frühgeschichte). Sie hat eine eigene Unter-Homepage und wurde 2008 von den bekannten Architekten schmidt hammer lassen, die unter anderem auch den Schwarzen Diamanten der Kgl. Bibliothek geplant haben, neu gestaltet. Sie ist didaktisch hervorragend, man verläuft sich nicht (wie es in einigen anderen Teilen des Museums schon passieren kann) und die wichtigsten Objekte sind angenehm hervorgehoben und ins Licht gesetzt. Hier nur zwei: Der Gundestrup-Kessel (Foto oben) und der Sonnenwagen von Trundholm (unten links), die ich auch im vorherigen Post schon erwähnt hatte. Die Fotos sind von meiner Chaulafanita und den Regeln des Museums entsprechend ohne Stativ gemacht (ich erwähne das, weil man's den Bildern nicht ansieht).

1400 BCDer Sonnewagen wurde vor ca. 3.400 Jahren hergestellt und war ein enorm wertvolles religiöses Artefakt für die Protodänen der ausgehenden Bronzezeit. Mehr als dieser fasziniert mich aber der rituelle Kessel von Gundestrup der La Tène-Kultur, der 1891 in einem Moor in Jütland gefunden wurde. Zur Faszination trägt bedeutend bei, dass das Ding offensichtlich nicht dänischen Ursprungs ist, sondern eine keltische Bildwelt zeigt, allerdings eher im Stil der Thraker, die im Bereich des heutigen Bulgarien, Serbien und Rumänien lebten. Es soll sogar Experten geben, die den Kelch nach Irland verorten wollen, wo es natürlich auch Kelten gab. Wahrscheinlich entstand er in einem Gebiet des kulturellen Austausches in Mitteleuropa, mehr oder weniger im 1. Jahrhundert vor Christus.

Auf dem Foto sieht man die Platte A der Innenseite, auf der man einen gehörnten Gott sieht, der eine Schlange in der Hand hält und von anderen Tieren umringt ist, darunter ein Hirsch, eine Ziege, ein Pferd, ein Löwe, ein Wolf und etwas, das wie ein auf einem großen Fisch reitender Mensch aussieht. Folgt man dem als lesenswert ausgezeichneten Artikel der Wikipedia, so handelt es sich wahrscheinlich um den keltischen Gott Cernunnos, den Herren des Tierreiches und Gott des Überflusses und der Fruchtbarkeit.

Obwohl man nicht viele direkte Informationen über den Kessel (den man auch Schüssel nennen könnte) hat, ist klar dass es sich um ein Meisterwerk aus fast reinem Silber handelt, dessen Bildwelt den Entwürfen moderner Designer in nichts nachsteht.

Goldhörner, von Chaulafanita°♥°Details:
Der Kessel findet sich in Raum 17 unter der dänischen Bezeichnung Gundestrupkedlen, der Sonnenwagen als Solvognen in Raum 12. Man sollte auch die (nur als Nachbildung erhaltenen) Goldhörner (Guldhornene) in Raum 22 nicht verpassen.

Die übrigen Informationen stehen schon im anderen Post.

viernes, 3 de abril de 2009

Nationalmuseum

Good-bye my Love!
Das dänische Nationalmuseum im Prinzenpalais neben Schloss Christiansborg ist das Nationalmuseum Dänemarks. Hier finden sich nationale Symbole wie der Sonnenwagen von Trundholm aus dem 15. Jahrhundert vor Christus, wahrscheinlich nur rituell genutzte bronzezeitlichen Hörnerhelmen (ca. 500-1000 v.Chr.), der Gundestrup-Kessel (ca. 1 Jh. v. Chr.) als wichtigste Überlieferung der ansonsten wenig bekannten Mythologie des thrakisch-keltischen Grenzgebiets und Nachbildungen der 1802 gestohlenen und eingeschmolzenen Goldhörner von Gallehus (um 400 n. Chr.), zusammen mit den ältesten Musikinstrumenten der Welt (Luren), vielen weiteren Zeugen dänischer Geschichte und aus aller Welt zusammengetragenem, darunter die Mumie einer 35-jährigen Frau aus Karnak, ein chinesischer Guanyin aus dem 13. Jahrhundert sowie afrikanische (Sammlung Carl N. Kjersmeier) und japanische Masken.

Was uns aber am meisten begeistert hat, war Raum 239, der Dukkehusgarden, zu deutsch Puppenstubenstraße. Hier sind zahlreiche Puppenhäuser reicher Kinder aufgereiht, die unter anderem Einblicke in Wohnungseinrichtungsmoden vom späten 18. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre bieten. In eins von ihnen hat Julia sich reingesetzt, um mir auf der anderen Straßenseite zuzuwinken. Auf dem Bild ist es Nachmittag, in Raum 239 geht nämlich die Sonne auf und unter.

Was anderes tolles für Kinder soll ein originalgetreu nachgebautes Wikingerschiff aus dem 10. Jahrhundert sein, in dem man verkleidet für Fotos posieren kann. Das Museum ist aber so gross, dass man an einem Tag unmöglich alles sehen kann. Da der Eintritt frei ist, setzt nur die Zeit der Erkundung grenzen.

Details:
Dänisch: Nationalmuseet
Adresse: Ny Vestergade 10, 1471 København K
Metro/S-tog: Hauptbahnhof (s-tog) oder Kongens Nytorv (metro)
Öffnungszeiten: Di-So 10-17h
Eintritt: frei
Homepage: http://www.natmus.dk