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viernes, 5 de junio de 2009

Die Seen

Peblinge Sø mit Dronn. Louises Bro und Søtorvet im Hintergrund, (c) 2009 Chaulafanita

Kopenhagen ist eine Stadt am Wasser und eine Stadt mit Wasser. Westlich der Innenstadt (und des Innenhafens), zwischen dieser und den Vierteln Vesterbro (im Süden), Nørrebro (im Westen) und Østerbro (im Norden) befinden sich eine Reihe von Wasserbassins, die viele für Kanäle halten. Sie sind aber keine, was man schon daran erkennt, dass man auf dem Wasser unter mehreren der Brücken nicht durchkommt und damit die Transportfunktion verunmöglicht ist. Tatsächlich sind es künstliche Seen, die zunächst Stadtverteidigung und Mühlenbetrieb, dann der Wasserspeicherung und nun in erster Linie als Naherholungsgebiete dienen. Sie beziehen ihr Wasser über kanalisierte Zuleitungen aus dem Utterslev-Moor, dem Emdrup-See und dem Damhus-See.

Der nördliche der Seen, Sortedams Sø, liegt zwischen der Østerbrogade (die als Dag Hammarskjölds Allé am Bahnhof Østerport vorbeiführt) und Dronning Louises Bro, einer Brücke, auf der die Nørregade vom Bahnhof Nørreport ins Viertel Nørrebro führt. Sortedams Sø besteht aus zwei Teilen, die durch die Fredensbro geteilt werden, die der Sølvgade (vom Botanischen Garten bzw. dem Staatlichen Kunstmuseum aus) zur Überquerung dient. Im See befinden sich die Inseln Fiskeøen und Fugleøen, auf denen Vögel brüten. Auf Fugleøen wurde im Oktober 1967 von "Befreiern" eine freie Republik ausgerufen. Die Anlage dieses Sees begann im 16. Jahrhundert, als der ältere Peblinge Sø nach Norden hin erweitert wurde, um der Stadt besseren Schutz zu bieten.

Peblinge Sø, der mittlere der drei Seen, ist der ältere. Er liegt heute zwischen Dronning Louises Bro (Nørregade) und Gyldenløvesgade (die vom Rathausplatz Richtungs Nordwesten führt) im Süden. An der Brücke der Gyldenløvesgade liegt stadtauswärts rechterhand der Søpavillon, ein weißes Holzgebäuhde mit orientalischem Touch von Vilhelm Dahlerup (1893-4), das heute ein Restaurant beherbergt und vor dem sich ein kleiner Steg befindet, den die örtlichen Schwäne für sich eingenommen haben.

Sct. Jørgens Sø mit Gyldenløvesgade und Søpavillion im Hintergrund, (c) 2009 Chaulafanita
Der südlichste der Seen, Sankt Jørgens Sø, liegt zwischen der anderen Seite der Gyldenløvesgade-Brücke und Gammel Kongevej, wo sich an seinem Südostufer das Planetarium von Kopenhagen befindet. Dieser See besteht ebenfalls aus zwei Bassins, die durch die Kampmannsgade getrennt werden. Er entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts, ebenfalls als Erweiterung des Peblinge Sø.

In den 1720er Jahren wurden die Peblinge- und Sortedam-Seen auch als Wasserversorgung vertieft und neu aufgestaut. Im 19. Jahrhundert verloren sie durch Probleme mit der Wasserqualität zunehmend die Funktion als Wasserreservoir an den Sankt Jørgens Sø, der heute mit vier bis fünf Metern Tiefe etwa doppelt so tief ist wie die anderen beiden. Stattdessen wurden die beiden nördlichen Seen zur Naherholungsgebieten der wachsenden Stadt, 1878 wurde die erste Brücke durch sie gebaut, 1894 der Seepavillon. In den 1920er Jahren wurden sie nach Plänen des Architekten Poul F. Holsøe und des Landschaftsplaners Valdemar Fabricius Hansen mit neuer Einfriedung und Promenaden versehen. 1959 verlor auch der Sankt Jørgens Sø seine Funktion als Reservereservoir für Wasser. In den 1990er wurde, gleichzeitig mit der Erneuerung der älteren Promenade auch um den südlichen See eine Promenade angelegt, so dass Spaziergänger nun bequem auf einem etwa 6,5 km langen Weg um die Seen flanieren können.


Details:

Dänisch: Søerne
Adresse: zwischen Østerbrogade (Norden), Gammel Kongevej (Süd), Vester, Nørre und Øster Søgade (Osten) und der Promenade (Svineryggen, Peblinge Dossering, Sortedam Dossering) (Westen)
Metro/S-tog: Vesterport (am nächsten, Süden), Forum oder Nørreport (Mitte, Metro), Østerport (Norden)
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: frei
Homepage: www.visitcopenhagen.com oder Wikipedia (englisch)

domingo, 24 de mayo de 2009

Kødby (Fleischstadt)

Brune Kødby / Øksnehallen, (c) 2009 Chaulafanita
Kødby haben wir nur gefunden, weil ich in einer Gratis-U-Bahn-Zeitung gelesen hatte, dass jemand beim Lagersalg (Ausverkauf) von Day Birger et Michelsen in den Øksnehallen ein Shirt gekauft hatte. Tatsächlich haben wir ihn auch gefunden (in Nebengebäude 55), aber das war reines Glück, weil er nämlich nur sehr unregelmäßig (einmal pro Saison?, zuletzt am 17. April) stattfinden. Tatsächlich haben wir, neben der Entdeckung des spannenden Viertels Vesterbro mit der braunen (älteren) und der weißen (neueren) Fleischstadt (brune og hvide Kødby(en)) wirklich was interessantes gefunden, zumal in der Øksnehal selbst eine Fotoausstellung vorzufinden war und im weißen Bereich allerlei Open-Air-Stände aufgebaut waren (siehe Foto unten).

Warum heisst die Fleischstadt Fleischstadt? Nun, 1874 bis 1879 wurde hier (südlich des Halmtorvet in Vesterbro) ein neuer Zentralviehmarkt mit Schlachthof errichtet, um unter anderem Choleraepidemien wie die von 1853 zu verhindern, die sich durch die offenen Vieh- und Kleintiermärkte in der Stadt ausgebreitet hatte. Hauptarchitekt dieser ersten Phase war Hans Jørgen Holm, ein Anhänger des Historismus im Stile des italienischen Mittelalters. Zu den von ihm in Backstein (daher das Adjektiv braun) geschaffenen Gebäuden gehören unter anderem die Eingangsgebäude der heutigen Øksnehallen, in denen sich u.a. Husets Teater und PH Caféen befinden, und die früher Gaststätte und Verwaltung beherbergten. Das heutige Zentrum der "braunen Fleischstadt", die Øksnehal, wurde allerdings erst zum 22. Geburtstag des Markt- und Schlachtplatzes 1901 eingeweiht. Ihr Architekt war Ludvig Fenger, wie Holm Historist. Die Øksnehal ist aus Backstein, Gusseisen und Holz errichtet, 5.250m² gross und bot Platz für 1.600 Stück Vieh. Sie war bis 1974 in Betrieb, gab jedoch bereits in den 1930er Jahren wichtige Teile ihrer Funktion an die neue, "weisse" Fleischstadt ab. Seit 1984 wurde sie instandgesetz und 1996 zu Kopenhagens Amtszeit als Kulturhauptstadt Europas als Veranstaltungs-, Kultur-, Messe- und Freizeitzentrum der Öffentlichkeit übergeben. Im Bereich der "brauenen Fleischstadt/brune Kødby", die heute insgesamt als Øksnehallen bekannt sind, befinden sich heute die Haupthalle, Restaurants, ein Schwimmbad mit Wellnessbereich, Musik- und Theaterschulen, Ateliers, etc.

Der ursprünglich zur braunen Fleischstadt gehörende, 1907 unter Hans Wright errichtete 6557 km² grossen Flæskehallen-Komplex am Kalvebod Strand existiert heute ebenso wie das westliche Gaswerk nicht mehr. An ihrer Stelle (und angrenzend) befinden sich nun moderne Firmengebäude, schicke Hotels und das Einkaufszentrum Fisketorvet.

Hvide Kødby / Flæskehallen, (c) 2009 Chaulafanita

Nach gut 60 Jahren brach dann für die Fleischzentrale Kopenhagens ein neues Zeitalter an. Da das Gaswerk abgebrochen worden war, wurde ein großes Areal frei für ein neues, noch moderneres Fleischhandels- und Verarbeitungszentrum. Unter der Regie des Architekten Poul F. Holsøe und des Ingenieurs Carl Bruun entstand zwischen 1931 und 1934 ein neues Areal, größer als das alte, in weißen, klaren Formen und mit funktionalistischer Botschaft von Sauberkeit und Hygiene. Olaf Lind nennt die neue "weiße Fleischstadt" in seinem Architekturführer als wichtigstes Beispiel funktionalistischer Unternehmensarchitektur in Kopenhagen. Die weisse Fleischstadt ist noch heute Sitz bedeutender fleischverarbeitender Unternehmen, obwohl hier bereits 1991 wurde hier zum letzten Mal geschlachtet wurde. Allerdings fasste der Stadtrat von Kopenhagen 2005 den Beschluss, auch die "hvide Kødby" neben der Fleischproduktion zu einem Zentrum von Kunst, Design, Kultur und kreativer Freizeitgestaltung zu machen und damit stärker in das umliegende Viertel Vesterbro zu integrieren. 2007 legten die Stadtplaner von Mutopia einen Umgestaltungsplan vor, während gleichzeitig ansässige traditionelle Unternehmen, allesamt Mieter der Stadt Kopenhagen, über steigende Mieten klagten. Wie dieser urbane Entwicklungsprozess ausgeht, ist ungewiss, CPHX hat jedoch ein Auge drauf. Und ein Besuch lohnt sich immer.

Details:
Dänisch: Brune og hvide Kødby / Øksnehallen
Adresse: zwischen Halmtorvet, Skelbækgade, Ingerslevsgade und Kvægtorvsgade
Metro/S-tog: Hauptbahnhof
Öffnungszeiten: siehe Homepage (aber gucken kann man wohl immer)
Eintritt: frei (bzw. kostenpflichtig, je nachdem, was man machen will)
Homepage: http://www.oeksnehallen.dk (braun)/http://www.koedbynet.dk und http://www.koedbyen.kk.dk (weiss)

sábado, 23 de mayo de 2009

Langelinie Outlet

Hier noch eine deutsch-ecuadorianische Koproduktion:

Langelinien-Outlet

Für alle, die nicht wissen, was ein Outlet (Fabrikverkauf) ist: Das sind Orte, wo man Markenkleidung zu Fabrikpreisen finden kann. Normalerweise befinden sich diese Zentren außerhalb der Innenstädte, wie zum Beispiel in Bremen, wo wir letztes Jahr waren. Das war mein erster Besuch eines Outlet, nachdem ich immer wieder davon gehört hatte, aber nie die Chance hatte, dazusein. Damals habe ich eine Jeans, drei Blüschen, eine Winterjacke, eine Sommerjacke und einen Rock erstanden, und ein Deospray gab's beim Bezahlen noch gratis, und alles schön und günstig, in der Regel Ausstellungsstücke und Überproduktion, d.h., Sachen, die in den Läden nicht zum ursprünglichen Preis verkauft wurden, aber deshalb noch lange nicht hässlich sind. Ich habe keine Scham zu sagen, dass ich etwas im Outlet gekauft habe.

Wie gesagt, normalerweise sind diese Orte außerhalb der Innenstädte, immer voller Leute und die jüngeren und älteren Frauen haben die Arme voller Kleidung, während die Männer (jejeje) wie eine Art Kleiderschränke mit Beinen daneben stehen. In Kopenhagen ist alles (besonders Schuhe und Kleidung) ziemlich teuer, und von Outlets hatte ich bisher nichts gehört. Aber Di hatte von einem gehört, war mit ihrer Gastfamilie dagewesen und hat uns den Langelinie-Outlet gezeigt.

Das interessante ist, dass diese Outlets nicht weit von der Innenstadt entfernt ist (etwa 2-2,5 km nördlich von Kongens Nytorv, dem Nordende der Fußgängerzone Strøget), und sehr nah bei der berühmten Meerjungfrau. Dort findet man in restaurierten Packhäusern einige Ladenlokale, die zusammen eine kleines Outletzentrum bilden, das immer voller Leute ist, die zu moderaten Preisen etwas schönes und haltbares kaufen möchten.

Ich (dinamarquense) möchte noch ein paar Informationen ergänzen: Man findet hier internationalen Marken wie Levi’s, Fred Perry, Fila, Kappa, Quiksilver, DrunknMunky, Kana Beach, King Apparel und 667 (Sportswear aus Düsseldorf) über Skandinavische wie Noa Noa, Cottonfield und Matinique bis hin zu lokalen Geschenkartikeln exklusiver (The Gift Gallery) und ganz nicht so exklusiver (im Town Shop) Art. Allerdings sollte man immer bedenken, dass wir uns in Dänemark befinden, wo Outlet nicht unbedingt billig heisst, aber ein Schnäppchen sind möglich. Wir haben sehr günstige und sehr schöne Kleiderbügel gekauft (für 2 Kronen pro Stück). Der Ausblick auf das Hafenbecken und das Fort Trekroner ist übrigens auch nicht übel, die ehemaligen Packhäuser stehen direkt am Wasser.

Details:
Dänisch: Langelinie Outlet
Adresse: Langelinie Promenaden, Langelinie kaj, 2100 København Ø
Metro/S-tog: Østerport
Öffnungszeiten: Mo.-So. 11-18h
Eintritt: frei
Homepage: http://www.langelinie-outlet.dk

sábado, 2 de mayo de 2009

Meerjungfrauen, klein und groß

Sirenitas, Image (c) 2009 Chaulafanita

Die kleine Meerjungfrau ist das bekannteste Wahrzeichen Kopenhagens. Die Figur entstammt dem auf der Undine-Sage beruhenden Kunstmärchen von Hans Christian Andersen (1837). Darin verliebt sich eine Meerjungfrau in einen Prinzen, dem sie das Leben rettet, als das Schiff sinkt, auf dem er seinen Geburtstag feiert. Sie lässt sich von der Meerhexe einen Trank verabreichen, der ihr menschliche Beine gibt. Als Preis verliert sie für immer ihren Fischschwanz sowie ihre Stimme und soll sterben, sollte sich der Prinz nicht in sie verlieben. Sollte ihr dies jedoch gelingen, so erhielte sie zusätzlich eine unsterbliche Seele. Der Prinz verliebt sich jedoch in ein Mädchen, das ihn nach der Rettung durch die Meerjungfrau, bei der er bewusstlos war, findet. Als sich herausstellt, dass sie eine Prinzessin ist, heiratet er sie. Die Meerjungfrau stirbt jedoch nicht, da sie sich zuvor zurück in die Fluten stürzte, wobei sie sich in Schaum auflöste und zu einem Luftgeist wurde, der durch gute Taten eine Seele erwirken kann. (Zusammenfassung nach Wikipedia.)

Fini Henriques komponierte die Musik zu einer Balletadaption des Märchens, die 1909 im Königlichen Theater von Kopenhagen aufgeführt wurde. Hier sah der Gründer der Ny Carlsberg Bryggeri, Carl Jacobsen, die Primaballerina Ellen Price in der Hauptrolle und war begeistert. Er beauftragte den Bildhauer Edvard Eriksen mit der Anfertigung einer Bronzeskulptur der Figur. Für den Kopf stand Price selbst Modell, ihren Körper wollte sie aber nicht zur Verfügung stellen, so dass Eriksens Frau Eline einsprang. Die Skulptur selbst ist inspiriert von Henri Champus "Jeanne d'Arc à Domrémy" (1870-72, Musée d’Orsay, Paris) und steht seit 1913 im Innenhafen von Kopenhagen am Beginn (von der Innenstadt aus dem Ende) der Langelinie-Promenade. Trotz ihrer nur 125 cm ist sie die beliebteste Touristenattraktion Kopenhagens, die von etwa 75% aller Touristen besichtigt wird.

Die dortige Skulptur ist allerdings nur eine Kopie des Originals, das die Erben des Bildhauers an einem unbekannten Ort aufbewahren. Angesichts zahlreicher Anschläge, darunter Abtrennung von Kopf und Arm, ist dies ein kluger Zug. Seitdem am 11. September 2003 die Skulptur von dem Findling, auf dem sie sitzt, gesprengt wurde und zunächst im Hafenbecken versank, ist die neue Kopie mit Beton gefüllt. Sie wird übrigens 2010 erstmals Kopenhagen verlassen, um an der Expo in Shanghai teilzunehmen.

Eriksens Erben besitzen übrigens nicht nur das Original, sondern auch die (noch bis 2029 gültigen) Urheberrechte an der Skulptur, von der sie im Internet Kopien für den eigenen Garten anbieten.

Etwas weiter nördlich befinden sich zwei weitere Versionen der kleinen Meerjungfrau. Eine ist die zum Genmanipulierten Paradies von Bjørn Nørgaard gehörende „Genmanipulierte Meerjungfrau“, die dieser für die Expo 2000 in Hannover schuf. Seit September 2007 befindet sie sich im östlichen Becken des südlichen Freihafenteils am Dahlerup Torv der Langelinie Allé (in der Nähe der Outlet-Stores am Langeliniekaj und direkt neben dem Zoll- und Steuermuseum in Dahlerups Packhus), wo auf einem Platz die übrigen Skulpturen, genmanipulierte Versionen der Hl. Maria, der Dreifaltigkeit, von Adam, Eva, Jesus, Maria Magdalena und einem schwangeren Mann, ausgestellt sind.

Tourist mit Großer Meerjungfrau, auf Druck von Chaulafanita, (c) 2009Eine dritte Version stammt von einem unbekannten chinesischen Bildhauer, der nach Entwürfen des Dänen Peter Bech arbeitete, und steht seit 2007 vor dem Restaurant Danish Langelinie am Langeliniekaj, zwischen Eriksens und Nørgaards Kunstwerken. Sie ist zwar nicht so ausgefeilt wie die beiden anderen, dafür aber vier Meter hoch und 14 Tonnen schwer (aus Granit), was ihr den Beinamen „Große Meerjungfrau“ einbrachte. Das Modell hierfür war nach der Infotafel neben der Statue Bechs Nichte Charlotte Byrn Bech.

„Abgesehen davon, dass es sich um einen cleveren Marketing-Trick handelt, argumentiert das Café, die Skulptur sei für Touristen gestaltet, die oft enttäuscht seien, wie klein die kleine Meerjungfrau tatsächlich ist“, schreibt Birgitte Kjær in Politikens ibyen.

Details:
Dänisch: Den lille Havfrue / Den genmodificerede Havfrue / "Den Store Havfrue"
Adresse: Langelinie 1 (Original), Dahlerup Torv neben Langelinie Allé 21 (genmanipuliert), Langeliniekaj 5 (groß), alle 2100 København Ø
Metro/S-tog: Østerport
Öffnungszeiten: offenbar immer (frei zugänglich)
Eintritt: frei
Homepage: s. Text. Für Fotos siehe Flickr: Original, genmanipuliert, groß (nicht so viele)

viernes, 1 de mayo de 2009

Christians Kirke

Christians Kirke (innen), (c) 2009 Chaulafanita
Eine zweite gern gesuchte Art von Sehenswürdigkeit, durch die Suchmaschinen Menschen hierher führen, sind Kirchen. Daher in diesem Post also noch eine: Die Chistianskirche in Christianshavn, früher als "Friedrichs Deutsche Kirche" (Frederiks Tyske Kirke) die zweite lutheranische deutsche Kirche in Kopenhagen. Sie befindet sich am zum Stadtzentrum gelegenen Rand von Christianshavn hinter den Gebäuden von Nordea rechter Hand der Brücke (Knippelsbro) in der Seitenstraße Nikolai Eigtveds Gade/Strandgade.

Die Kirche wurde von Nicolai Eigtved entworfen, dem Meister des dänischen Rokoko und Architekten von Schloss Amalienborg und vielen anderen Gebäuden, und zwischen 1754 und 1759 für die deutsche Minderheit im neuen Stadtteil Christianshavn errichtet. Dieser war seit 1618 auf Geheiß von Christian IV. entstanden, während die Kirche von dessen Nachfolger Friedrich V. mehr als 100 Jahre später in Auftrag gegeben wurde (die wachsende deutsche Minderheit hatte vorher die Vor Frelsers Kirke mitbenutzt), weshalb sie dann auch Friedrichs Deutsche Kirche hieß, bis sie 1901 in Christianskirche umbenannt wurde. Da der Bau durch eine Lotterie finanziert wurde, war die im Volksmund früher auch als Lotteriekirche bekannt.

Christians Kirke (außen), (c) 2009 ChaulafanitaVon außen ist die die Kirche nicht besonders auffällig; sie ist aus gelbem Backstein errichtet, wobei der Turm einen Sandsteinmantel hat. Der kupferne Turmhelm stammt von Eigtveds Schwiegersohn G.D. Anthon, der auch die Ausführung des Baus nach dem Tod des Architekten übernahm.

Besonders ist jedoch das Innere. Es besteht (neben dem Eingang im Turm) aus einem Raum, der aber nicht wie die meisten Kirchen längs, sondern quer ausgerichtet ist. Ein bedeutender Teil der Plätze findet sich in dreistöckigen Logen, die vom eigentlichen Innenraum durch Fenster getrennt sind. Vorn befindet sich ein Altar, der einer Bühne ähnelt. Das alles macht, dass die Kirche wie ein Theater aussieht und tatsächliche eine Zweitnutzung als Saal für Konzerte mit klassischer Musik und andere Werke benutzt wird.

Details:
Dänisch: Christians Kirke
Adresse: Strandgade 1, 1401 København K
Metro/S-tog: Christianhavn
Öffnungszeiten: März bis Oktober 8-18h, November bis Februar 8-15h (Messen, etc., beachten)
Eintritt: frei
Homepage: http://www.christianskirke.dk/

domingo, 19 de abril de 2009

Kongens Have

Kongens Have con sol, (c) Chaulafanita 2009
Die Dänen sind Nordeuropäer und in Nordeuropa ist es kalt, wenn auch nur ein bisschen mehr als in Norddeutschland, womit die Dänen zu Südnordeuropäern werden (weshalb manchen von ihnen sich als Italiener von Skandinavien sehen). In jedem Fall scheint im Winter in Kopenhagen recht wenig die Sonne, zwischen November und Februar im Schnitt 1,5 Stunden pro Tag, und das nicht nur wegen der kürzeren Tage, sondern insbesondere durch eine persistente Wolkendecke. Man kann den Einheimischen also nicht verübeln, wenn man sie im Winter kaum auf der Straße oder im Park (siehe unten, am 1. Februar 2009) sieht.

Das ändert sich schlagartig an den ersten sonnigeren und wärmeren Tage im Frühling wie in diesem Jahr am 4. April 2009 (Bild oben). Das gesellschaftliche Leben verlagert sich nach außen und die Straßen, Plätze und Parks füllen sich schlagartig mit Leben. Der älteste und beliebteste Park der Innenstadt ist Kongens Have, der königliche Garten von Schloss Rosenborg.

Kongens Have en febrero, (c) 2009 ChaulafanitaWie die meisten älteren Gebäude in Kopenhagen hängt auch der Garten mit dem niederlande-begeisterten Christian IV. zusammen, der ab 1606 ein Stück Land nordöstlich der damaligen Innenstadt erwarb, auf der ursprünglich ein Lusthaus (eine Art Kulturzentrum nach Renaissance-Mode) errichtete, das von einem Lustgarten umgeben war. Bis 1634 wurde das Lusthaus von niederländischen Architekten mehrfach umgebaut und erweitert, bis das heutige Schloss entstand, von dem in einem späteren Post die Rede sein soll.

Der Gartenpark jedenfalls war ursprünglich renaissantistisch geprägter Lustgarten, der in planvoll symmetrischer Anlage - Teile des heutigen Wegenetzes sind noch oder wieder die ursprünglichen - repräsentative Elemente mit Nutzpflanzen, Kräuter und Obst, verband. Der heutige Betreiber, die staatliche Schloss- und Liegenschaftsgesellschaft, bemüht sich, diesen Charakter u.a. nach Plänen des Gartenbauers Otho Heyder (1649) und der Pflanzenliste des königlichen Botanikers Otho Sperling (1642) wiederzuerwecken. Der Park hat nämlich über die Jahre verschiedene Umformungen, von der Rennaissance über Barock hin zu romantischem Stil, erfahren.

Verschiedene Könige, Regierungen, Bildhauer und Gartenarchitekten haben mit Skulpturen ihre Spuren hinterlassen, darunter noch unter Christian IV. aufgestellte Kupferlöwen, die 1663 von Frederik III. in den Garten umgesetzte Skulptur "Pferd und Löwe" von Peter Husum (1617), der Herkules-Pavillon (heute mit Teehaus) von Caspar Frederik Harsdorff (1773) zur Unterbringung u.a. der spätbarocken Herkules-Statue, die Frederik IV. 1707/08 in Italien von Bildhauer Giovanni Baratta erworben hatte, sowie die Denkmäler für Hans Christian Andersen-Denkmal von August Saaby (1880) und den radikalliberalen Politiker Viggo Hørup (1841-1902) von Jens Ferdinand Willumsen (1908).

Insgesamt hat der Gartenpark eine Fläche von ca. 12 Hektar und beherbergt auch ein Staudenbeet von 250 Metern Länge. Er ist seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts öffentlich zugänglich, nachdem Rosenborg seit 1710 nur noch sporadisch vom Königshaus genutzt wurde.

Details:
Dänisch: Kongens Have, Rosenborg Slotshave
Adresse: Øster Voldgade 4 B, 1350 København K (Eingänge auch von Gothersgade, Sølvgade und Kronprinsessegade)
Metro/S-tog: Nørreport
Öffnungszeiten: täglich ab 7 Uhr (bis zur Dämmerung, aktuelle Schließungszeiten jeweils an den Eingängen ausgestellt)
Eintritt: frei
Homepage: http://www.ses.dk/en/SlotteOgHaver/Slotte/RosenborgSlotOgKongensHave/kongenshave.aspx

domingo, 5 de abril de 2009

Die Marmorkirche (Frederikskirche)

1 2 3 hay cambio otra vez...

Die Frederikskirche in unmittelbarer Umgebung von Schloss Amalienborg - wie man sieht, muss die Königliche Leibgarde hier täglich auf dem Weg vom Exerzierplatz bei Rosenborg vorbei - hat mit 31 Metern Durchmesser die größte Dachkuppel Skandinaviens. Der Grundriss der Kirche beschränkt sich allerdings auf ein Achteck unter der Kuppel, so dass man sie von weiten (z.B. von der Oper aus) für viel größer hält als sie ist. Nach dem Baumaterial zumindest der zwölf Pfeiler, auf denen die Kuppel ruht - norwegischem Marmor - heisst die allgemein nur Marmorkirche. Etwa ein bis zweimal täglich finden Führungen zur Kuppelspitze statt, von wo aus man einen hervorragenden Blick auf den Nordteil Kopenhagens haben soll.

Entwurfszeichnung, von der Homepage der KircheManchmal liest man kompakt, die Kirche sei wie Amalienborg, seine zentraler Platz und große Teile des umliegenden Viertels Frederiksstad von Nicolai Eigtved, Hofarchitekt Frederiks V., entworfen worden. Tatsächlich ist die Geschichte aber länger und komplizierter. Eigtved begann tatsächlich 1740 mit dem Entwurf, 1749 legte Frederik V. den Grundstein. Allerdings starb Eigtved fünf Jahre nach Baubeginn. Der Franzose Nicolas-Henri Jardin trat an seine Stelle wie er auch Eigtveds Nachfolge als Leiter der Akademie der Künste übernahm. Der ursprüngliche Entwurf (links, entliehen von der Homepage der Kirche) sah allerdings deutlich breiter und höher aus als die heutige Kirche. Dass er nicht wie vorgesehen verwirklicht wurde, lag daran, dass bald durch Budgetkürzungen die Mittel für den Bau knapp wurden und schließlich der vom psychisch labilen Sohn und Nachfolger Frederiks V., Christian VII., als Leibarzt zum Geheimen Kabinettsminister gemachte de facto-Diktator (und Deutsche) Johann Friedrich Struensee 1770 die Mittel komplett strich. Die unvollendete Kirche wurde damit zur Bauruine, da auch nach Struensees Hinrichtung - die antiaufklärerisch-dänische Opposition um Ove Høegh-Guldberg hatte ihn wegen einer Affäre mit Königin Caroline-Mathilde gestürzt und nach Geheimprozess 1772 öffentlich köpfen lassen - neue Pläne des Jardin-Schülers Caspar Frederik Harsdorff keine bauliche Gestalt annahmen. Man hatte im Laufe der nächsten hundert Jahre viele Ideen für das Bauwerk, die Homepage der Kirche nennt Konzertsaal, Verfassungsdenkmal, Thorvaldsen-Museum und Gasspeicher, aber sie blieb eine romantische Ruine. In den 1870er Jahren schließlich erwarb der Privatbankier und Industrielle Carl Frederik Tietgen die Ruine und ließ sie nach realistischen Plänen des Historizisten Ferdinand Meldahl - seinerzeit ebenfalls Direktor der Kunstakademie - vollenden, so dass sie 1894 schließlich geweiht werden konnte. Meldahl schuf auch die heute so hervorstechende Kuppel, laut Baedeker im Stil des römischen Barock, dessen herausragendstes Beispiel der tatsächlich ein wenig ähnliche Peterdom ist. Verwendet wurde dabei allerdings nunmehr dänischer Sandstein.

Details:
Dänisch: Frederiks Kirke, Marmorkirken
Adresse: Frederiksgade 4, 1265 København K
Metro/S-tog: Kongens Nytorv
Öffnungszeiten: Mo.-Do. 10-17h (Mi. 10-18.30h), Fr-So 12-17h
Eintritt: frei
Homepage: http://www.marmorkirken.dk

sábado, 4 de abril de 2009

Frauenkirche (Domkirche)

Innenansicht

Die Kopenhagener Frauenkirche ist seit 1924 die Domkirche des zur dänischen Volkskirche gehörenden Bischofs von Kopenhagen, hat aber eine viel längere Geschichte. Sie befindet sich weniger als 100m entfernt vom Strøget an der Nørregade neben dem Verwaltungssitz der Universität und unweit der Petrikirche.

Die jetzige Frauenkirche wurde von Christian Frederik Hansen geplant, nach Grundsteinlegung durch Frederik VI. im Jahr 1817 begonnen und 1829 vollendet. Von außen wirkt sie wie ein rosa getünchter antiker Tempel mit 60 Meter hohem Glockenturm. Von innen ist sie, wie es sich für lutherische Kirchen gehört, weiss, was aber in diesem Fall sehr elegant wirkt und verdeutlicht, warum die Kirche eines der Hauptwerke des dänischen Klassizismus ist. Von Bertel Thorvaldsen geschaffene Marmorstatuen bestimmen das Innere: rechts und links des Hauptschiffes befinden sich überlebensgroße Marmorstatuen der zwölf Apostel, hinter dem Altar eine Christusstatue und vorne links ein weißer Engel auf dem Taufbecken. Großartig ist auch der Blick vom Altar Richtung Ausgang mit der neuen Hauptorgel.
Blick auf die Orgel
Die Kirche trat übrigens an die Stelle ihres bei Wellingtons Bombardement 1807 von einer Congreveschen Rakete getroffenen und ausgebrannten Vorgängers. Die Geschichte der Kirche reicht bis in die Zeit der Gründung Kopenhagens durch Bischof Absalon zurück. In Mittelalter und Renaissance war sie Krönungskirche verschiedener dänisch-norwegischer Könige. 1536 wurde sie unter Leitung von Johannes Bugenhagen in ein lutherisches Gotteshaus umgewandelt, 1568 wurde die dort praktizierte Liturgie zum Vorbild für ganz Dänemark erklärt. (Mehr hierzu weiss wie immer die Wikipedia.)

In der Kirche wurden unter anderem die Gottesdienste zu den Beerdigungen von Thorvaldsen, Hans Christian Andersen und Søren Kierkegaard zelebriert, und zuletzt am 24. Mai 2004 die Hochzeit von Kronprinz Frederik mit Mary Donaldson.

Details:
Dänisch: Vor Frue Kirke
Adresse: Nørregade 8, 1165 København K
Metro/S-tog: Nørreport
Öffnungszeiten: tgl. 8-17h, während Gottesdiensten für Touristen geschlossen
Eintritt: frei
Homepage: http://www.koebenhavnsdomkirke.dk

viernes, 3 de abril de 2009

Nationalmuseum

Good-bye my Love!
Das dänische Nationalmuseum im Prinzenpalais neben Schloss Christiansborg ist das Nationalmuseum Dänemarks. Hier finden sich nationale Symbole wie der Sonnenwagen von Trundholm aus dem 15. Jahrhundert vor Christus, wahrscheinlich nur rituell genutzte bronzezeitlichen Hörnerhelmen (ca. 500-1000 v.Chr.), der Gundestrup-Kessel (ca. 1 Jh. v. Chr.) als wichtigste Überlieferung der ansonsten wenig bekannten Mythologie des thrakisch-keltischen Grenzgebiets und Nachbildungen der 1802 gestohlenen und eingeschmolzenen Goldhörner von Gallehus (um 400 n. Chr.), zusammen mit den ältesten Musikinstrumenten der Welt (Luren), vielen weiteren Zeugen dänischer Geschichte und aus aller Welt zusammengetragenem, darunter die Mumie einer 35-jährigen Frau aus Karnak, ein chinesischer Guanyin aus dem 13. Jahrhundert sowie afrikanische (Sammlung Carl N. Kjersmeier) und japanische Masken.

Was uns aber am meisten begeistert hat, war Raum 239, der Dukkehusgarden, zu deutsch Puppenstubenstraße. Hier sind zahlreiche Puppenhäuser reicher Kinder aufgereiht, die unter anderem Einblicke in Wohnungseinrichtungsmoden vom späten 18. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre bieten. In eins von ihnen hat Julia sich reingesetzt, um mir auf der anderen Straßenseite zuzuwinken. Auf dem Bild ist es Nachmittag, in Raum 239 geht nämlich die Sonne auf und unter.

Was anderes tolles für Kinder soll ein originalgetreu nachgebautes Wikingerschiff aus dem 10. Jahrhundert sein, in dem man verkleidet für Fotos posieren kann. Das Museum ist aber so gross, dass man an einem Tag unmöglich alles sehen kann. Da der Eintritt frei ist, setzt nur die Zeit der Erkundung grenzen.

Details:
Dänisch: Nationalmuseet
Adresse: Ny Vestergade 10, 1471 København K
Metro/S-tog: Hauptbahnhof (s-tog) oder Kongens Nytorv (metro)
Öffnungszeiten: Di-So 10-17h
Eintritt: frei
Homepage: http://www.natmus.dk

sábado, 28 de marzo de 2009

St Alban's Church

Èrase una vez...

Leser des Blogs von Chaulafanita werden diese Kirche schon aus einem ihrer Posts oder ihrem Flickr-Account (von dem aus sie mir die Fotos geliehen hat) kennen.

Man erzählt sich die Legende, dass ein König diese Kirche für seine Frau gebaut habe, zu jener Zeit als es in Europa viele Konfessionen gab und jedes Reich dem Glauben seines Herrschers zu folgen hatte. In Dänemark regierte daher die lutheranische Dänische Volkskirche, während die Prinzessin, die der König geheiratet hatte, Tochter des Königs oder der Königin von England war und daher der ebenfalls reformierten, aber moderateren Englischen Kirche angehörte. Bis 1849 gab es keine offizielle Religionsfreiheit in Dänemark, aber da sie die Gemahlin des Königs war, baute er ihr folglich eine eigene Kirche, damit sie ihrer Konfession treu bleiben und mit einem Priester aus ihrem Gefolge Gottesdienst halten konnte. Die Geschichte scheint sehr plausibel: Die Kirche steht in der Nähe der königlichen Residenz Amalienborg, in deren unmittelbarer Nähe sich auch eine russisch-orthodoxe Kirche befindet, die demnach für eine andere Prinzessin, diesmal aus dem russischen Zarenhaus der Romanoffs, gebaut wurde.

postales del recuerdo...Wie das aber mit Legenden so ist, haben sie meist ein Quentchen Wahrheit, aber auch zahlreiche Verwechslungen in sich. Die Homepage der Kirche teilt uns mit, dass es bis 1849 immer wieder Privilegien (z.B. von Frederik III. und Frederik VI.) gab, damit anglikanische Gottesdienste abgehalten werden konnten. Diese waren aber in erster Linie für schottische und englische Kaufleute, zunachst in Helsingør und später in Kopenhagen. Diese Gottesdienste wurden in provisorischen Kapellen und angemieteten Räumlichkeiten gehalten, u.a. weil die Privilegien nicht unwiderrufbar waren. Nach 1849 bemühte man sich um den Bau eines dauerhaften Gottesdienstraums, was aber zunächst an fehlenden Mitteln scheiterte.

In diesem Kontext betrat 1863 eine Prinzessin die Geschichte. Allerdings war es keine englische, sondern eine dänische, genauer gesagt Alexandra von Dänemark, die in diesem Jahr den britischen Thronfolger Albert Eduard heiratete, den ältesten Sohn von Queen Victoria, der später Edward VII. werden sollte. Sie half bei der Mittelbeschaffung für eine anglikanische Kirche in ihrer Heimatstadt und legte 1885 den Grundstein für den Bau selbiger. 1887 wurde die auf den Fotos zu bestaunende Kirche geweiht, die bis heute Teil der Church of England und die einzige anglikanische Kirche Dänemarks ist (allerdings werden von hier aus auch Gottesdienste in Århus veranstaltet). Sie hat auch was mit der russisch-orthodoxen Kirche gemein. Diese wurde 1883 auf Geheiss von Zar Alexander III. errichtet, der mit Dagmar, einer jüngeren Schwester Alexandras, verheiratet war.

Architekten waren übrigens Sir Arthur Blomfield und Ludvig Fenger. Wer die Kirche von innen sehen will, muss sich (als Tourist) bis zum Sommer gedulden oder kann sich das Foto von Buster&Bubby auf flickr oder den Eintrag in der dänischsprachigen Wikipedia ansehen, oder eben die Homepage der Kirche (s.u.).

Details:
Dänisch: St. Alban's English Church (Originalbezeichnung auf englisch)
Adresse: Churchillparken, Langelinie (zwischen Amalienborg, Kasteel und kleiner Meerjungfrau) (siehe hier)
Metro/S-tog: Østerport (s-tog) oder nach Spaziergang von Kongens Nytorv (metro)
Öffnungszeiten: im Sommer Mo-Fr 10-16h (Gottesdienst: sonntags 10.30h)
Eintritt: offenbar frei
Homepage: http://www.st-albans.dk

lunes, 16 de marzo de 2009

Die Petrikirche


Die Petrikirche ist die älteste noch als Gebäude bestehende Kirche Kopenhagens und das älteste Gebäude im Stadtzentrum. Ihr Vorgängerbau wurde 1304 erstmals erwähnt, brannte aber 1386 ab. Eine neue Kirche wurde daraufhin gebaut, von der ein Teil heute den unteren Teil des Turms (oben) bildet, der vermutlich aus dem frühen 15. Jahrhundert stammt (der obere Kupferteil ist von 1757), ebenso das Mittelschiff auf dem zweiten Bild, das sich neben dem Turm befindet. Der heutige Haupteingang befindet sich am 1631 bzw. 1634 angebauten Querschiff (mit Barockportal von Diedrik Gercken von 1731). Auf diese Weise entstand eine Kreuzkirche, an die in den 1690er Jahren ein zweites Nordschiff, der heutige "Christian V.-Saal" hinter der Orgel, angebaut wurde, weil die Kirche zu klein geworden war. Letzerer war auch Bauherr des nach ihm benannten Teils, während das ältere Querschiff unter König Christian IV. erbaut wurde. Durch den Christian V.-Saal gelangt man auch zu den Grabkapellen.

Die Kirche war zunächst katholisch, bis Dänemark in den 1530ern reformiert wurde. Sie wurde daraufhin 1537 stillgelegt, das Gebäude diente als Kanonen- und Glockengießerei. Die Kirche wurde als solche reaktiviert (und unter Leitung von Hans van Steenwinckel dem Älteren wieder instand gesetzt), als Frederik II. sie 1585 der deutschen lutherischen Gemeinde Kopenhagens übergab, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts einen bedeutenden Teil der Elite der Stadt umfasste. Nach den beiden Schleswigschen Kriegen zwischen 1848 und 1864 wurde das deutsche Element zunehmend zurückgedrängt, und damit verlor auch die Kirche an Bedeutung. 1994 wurde sie renoviert.

Die deutsche Gemeinde hat heute ca. 500 Mitglieder, die entweder und/oder zur Dänischen Volkskirche, zur EKD gehören oder asoziiert sind, etwa als Katholiken. Die Kirche selbst gehört dem dänischen Staat und wird von der staatlichen Schloss- und Liegenschaftsgesellschaft verwaltet.

Diese Informationen stammen von der Homepage der Kirche, aus der Wikipedia und von der Schloss- und Liegenschaftsverwaltung. Ich habe die Kirche bisher nur von aussen gesehen, aber da sie ziemlich nah an meinem Arbeitsplatz liegt, ist die die wahrscheinlich von mir meistbetrachtete Sehenswürdigkeit der Stadt.

Heute (17. März) war ich übrigens für ein paar Minuten drin. Wie alle lutherischen Kirchen ist sie recht kahl, d.h. weiß gekalkt, von innen. Es gibt einen goldglänzenden Altar, eine silberglänzende, ziemlich neu aussehende Orgel und ein sehr grosses Gemälde auf der linken Seite des Haupteingangs. Der Christian V.-Saal ist schöner, mit Holzfussboden, und scheint vor allem für Veranstaltungen (z.B. Klavierkonzerte) genutzt zu werden. Der Teil mit den Grabkapelle scheint attraktiver als die Kirche selbst zu sein, allerdings haben wir nur einen Blick durch die geschlossene Tür in diesen Teil riskiert.

Übrigens gibt es laut Danmarks Statistikbank 6096 deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit Wohnsitz in der Hauptstadtregion Dänemark (und 103 Ecuadorianerinnen und Ecuadorianer; Stand: 1.1.2009).

Details:
Dänisch: Sankt Petri Kirke
Adresse: Sankt Pedersstræde 2 (Ecke Nørregade/Sankt Pedersstræde)
Metro/S-tog: Nørreport
Öffnungszeiten: 1. März-30. November Di-Sa 11-15h (Grabkapellen) und zu Gottesdiensten
Eintritt: offenbar frei; für die Grabkapellen Erwachsene 25 dkk, Schüler, Studenten, Rentner 20 dkk, Kinder bis 15 Jahre frei.
Homepage: http://www.sankt-petri.dk

domingo, 15 de marzo de 2009

Møntvask



Unser Wohnungskomplex hat eigentlich einen Waschkeller mit Waschmaschine, so dass wir keinen Waschsalon brauchen. Das scheint jedoch nicht überall der Fall zu sein, so dass es in Wohnvierteln zahlreiche dieser vollautomatischen Waschsalons gibt. Nicht dass ich so etwas in meinem Leben noch nie gesehen hätte, aber auf sie angewiesen war ich erstmals vor einigen Wochen, als unsere Kollektivwaschmaschine ca. sieben Tage lang defekt war. An diesem Wochenende hatten wir nun erneut mehr Wäsche, als wir in unseren zwei Stunden werden waschen können, so dass ich erneut dieses Etablissment (Foto) aufgesucht habe. Hatte ich bisher wochentags am Nachmittag dort weitgehend allein gesessen, so ist das sonntags vormittags offenbar anders, da fast alle Waschmaschinen belegt waren und ich recht lange warten musste, bis ich obiges Foto machen konnte, weil immer Raucher (und vor allem Raucherinnen) vor der Tür standen. Nun ja, es gelang mir dennoch ein wenig zu lesen, in Ludwig Friedländers Sittengeschichte Roms, an der ich seit Januar 2007 knabbere, und bei der ich noch immer erst bei 366/976teln angekommen bin.

Heute jedenfalls las ich über römische Touristen in Ägypten, die sich einerseits unsterbliche Ibisse in Hermopolis zeigen ließen, aber andererseits auf Pyramiden und Ramses-Statuen Inschriften anbringen ließen, die bestätigten, dass sie da waren und es sehr schön fanden. So schreibt Friedländer, auf den Beinen des so genannten Kolosses des Memnon in Theben finde man unter anderem Hadrian, seine Frau und verschiedene Personen seines Gefolges nebst 8 Vizekönige Ägyptens, 2 Gemahlinnen von Vizekönigen, 3 Kommandanten der Thebais, verschiedene Offiziere, 2 Oberrichter, einen Priester des Sarapis zu Alexandria und einen "homerischen Dichter" aus dem dortigen Museum. Nun ja, oben auf dem Turm des Kölner Doms und so sieht es heute nicht anders aus, nur dass die Touristen weniger exclusiv zu sein scheinen.

Details:
Dänisch: Møntvask
Adresse: viele, viele
Metro/S-tog: viele
Öffnungszeiten: 9-21 h
Eintritt: frei
Homepage: Schöne Bilder auf Flickr

sábado, 14 de marzo de 2009

Botanischer Garten

Wir leben jetzt seit ca. 6 Wochen in Kopenhagen (und haben schon eine CPR-Nummer!). Da ist es Zeit, das Leben ein klein wenig zu dokumentieren. Gestern habe ich in einem Laden "1001 Movies to see before you die" gesehen, und gedacht, dass es ungefähr drei Jahre dauert, wenn man jeden Tag einen sieht. Ob wir so lange hier bleiben, weiss man nicht. In jedem Fall aber werde ich jeden Tag einen Ort vorstellen, vielleicht nicht immer einen sehenswerten, vielleicht nicht immer Kopenhagen, und vielleicht nicht immer aus aktuellem Anlass, zumal wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten schon in den letzten 6 Wochen und bei vorherigen Besuchen gesehen haben...

Hier also Nr. 1: Der Botanische Garten.

Außenansicht © 2009 Chaulafanita

Natürlich ist es noch zu kalt (ca. 5 Grad) und daher blühen draußen nur ein paar Sträucher, Krokusse, Schneeglöckchen und gelbe Blumen, deren Namen ich nicht kenne. Die größte Attraktion des botanischen Gartens ist aber eh das Palmenhaus (auf dem Foto), in dem immer verschiedene Versionen tropischen und semitropischen Klimas herrschen. Dessen Herz ist das runde Tropenhaus, das 1874 errichtet wurde (und dessen eiserne Säulen z.T. unter der Vereinnahmung durch Kletterpflanzen zu leiden scheinen...), und in dem Palmen, Bananenstauden und allerlei andere tropische Pflanzen leben. Architekt des vom Londoner Crystal Palace inspirierten Gebäudes war Kopenhagens Stadtbaumeister Peter Christian Bønnecke, nach anderen Angaben J.C. Jacobsen, der Gründer der Carlsberg-Brauerei, und F.E. Kerrn.


Innenansicht © 2009 DinamarquenseWer sich richtig tropisch fühlen möchte, sollte die Wendeltreppen zum Rundgang in sieben Metern Höhe unmittelbar unter der Kuppel ersteigen. Man hat dort nicht nur einen schönen Blick von oben, sondern erlebt noch ein wenig mehr Hitze und Luftfeuchtigkeit als am Boden.

Details:
Dänisch: Botanisk Have / Palmehuset
Adresse: Øster Farimagsgade 2 B (Eingänge von Gothersgade und Øster Farimagsgade)
Metro/S-tog: Nørreport
Öffnungszeiten (Palmenhaus): 11-15 h (01.10.-30.04. montags geschlossen)
Eintritt: frei
Homepage: http://botanik.snm.ku.dk